Warum ich das Trackingtool “Facebook Pixel” nicht auf Kundenwebseiten einbaue (auch wenn der Kunde dies möchte)

Bild Credits: www.thoughtcatalog.com

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  • Der Facebook Pixel ist nichts, was man “einfach mal so” schnell einbaut
  • Man *könnte* den Pixel tatsächlich datenschutzkonform einbinden (Mit einem sauber implementierten Opt-in und Opt-out), jedoch ist diese Art der Einbindung für eure Kampagne eher kontraproduktiv (Datenverzerrung) und schwer komplett realisierbar (besonders das Opt-out).
  • Einer weniger strengen Haltung in Sachen Datenschutz kann ich (auch bei Risikoübernahme durch den Kunden) aus ethischen Gründen nicht zustimmen
  • Daher kann ich den Facebook Pixel nicht auf der Website einbinden (sorry!)
  • Ich biete euch aber alternative Lösungsoptionen um die Effizienz der Werbecampagne zu messen UND um Analytics der Website-besucher*innen zu sammeln

Lange Version:

Ich verstehe den Nutzen als ein Unternehmen Werbung zu schalten um eure Sales zu vergrößern. Gleichzeitig ist es meine Verantwortung als Webentwicklerin, die Rechtskonformität und Funktionalität eurer Website zu wahren. Dazu gehört, dass ich potentielle Risiken im Bereich Datenschutz und Internet aufspüre und so möglichen finanziellen Schaden auf eurer Seite durch Abmahnungen und Bußgelder ausschließen kann. Ich sehe es als meine Aufgabe, euch zu diesem doch recht komplexen und unübersichtlichen Themen und Risiken zu informieren.

Was ist der Facebook Pixel?

Hier der offizielle, positive Teil der Erklärung:

Mythos 1: “Aber es benutzen doch alle!”

Im Fall von Facebook Pixel hört man oft: “Ich weiß schon, Datenschutz und so… aber es machen doch alle!” Dies ist in meinen Augen kein Argument. Viele Webseitenbetreiber haben den Facebook Pixel aktiviert ohne sich über das Ausmaß der Datenaufzeichnung im Klaren zu sein. Sie wissen dadurch gar nicht in welchem Risiko sie sich bewegen. Facebook informiert dazu auch zu wenig und wälzt die Verantwortung auf die Webseite- und Werbebetreiber ab. Seit 2018 ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) aktiv. Dies bedeutet eine größere Verantwortung von Website- und Werbetreibenden im Umgang mit Nutzerdaten. Ab 2022 kommt die ePrivacy Verordnung, bei der sich die datenschutzrechtlichen Bestimmungen noch einmal erneut verschärfen werden. Im Hinblick auf diese Entwicklung ist von der Nutzung des Facebook Pixels abzuraten.

Mythos 2: “Ein einfacher Cookie-Banner genügt um den Facebook Pixel DSGVO-konform einzubauen”

Mit einem “einfachen Cookiebanner” sei hier ein Pop-up am unteren Bildschirmrand gemeint, was die Websitebesucher*innen lediglich darüber informiert, dass hier bestimmte Cookies gesetzt werden. Eine bewusste Einwilligung ist bei diesem Typ von Banner nicht erforderlich, sie geschieht automatisch mit Benutzung der Seite.

Lösungsvariante: Opt-in & Opt-out (und Kosten-Nutzen-Einschätzung)

Ein Opt-In bedeutet, dass der Benutzer aktiv seine Zustimmung geben muss. Dem Tracking durch dem Facebook Pixel muss immer die Einwilligungseinholung des Nutzers vorausgehen. Konkret bedeutet das:

  1. Man muss dem Nutzer erklären: „Dies oder jenes speichern wir von dir, schicken die Daten in die USA und teilen die Informationen dann mit den unternehmen A, B C usw.“ (Quelle), oder „Ich bin damit einverstanden, dass Sie meine Daten an Facebook übermitteln, damit Sie mich dort wiederfinden und mir zugeschnittene Werbung anzeigen“ (Quelle)
  2. Danach muss der Nutzer durch das aktive Anhaken einer Checkbox signalisieren: „Ich bin informiert und damit einverstanden“
  3. Das beides muss geschehen, bevor der Facebook Pixel Code ausgeführt und die Daten des Nutzers gespeichert werden
Cookie Consent Pop-ups wie diese haben zwar eine Opt-in Möglichkeit, jedoch sind sie oft so designt, dass Benutzer*innen ausgetrickst werden. In diesem Beispiel würde der Klick auf den grünen Button die Checkbox-präferenzen komplett negieren.

Alternative Handlungsmöglichkeiten

  1. Alternative für Website-Analytics: Matomo

Hilfreiche Artikel mit aktuellen Entscheidungen zum Thema FB Pixel + Datenschutz

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Alexa Steinbrück

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